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Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) Baden-Württemberg

Bildungspolitik im Fokus der Landes-SPD

Arbeitsgemeinschaften

LPT_2013

Die Amtsperiode des nächsten Landesvorstands der SPD Baden-Württemberg fällt nach dem „echten Wechsel“ in 2011 in die zweite Hälfte der Legislaturperiode unter die Regierungsverantwortung von Grün-Rot. Vor diesem Hintergrund hat sich die SPD in BW als vordringliche Aufgabe vorgenommen, auf die zentralen politischen Herausforderungen in den nächsten zweieinhalb Jahren zu konzentrieren, um danach erfolgreich im Land weiterregieren zu können. Hierfür sieht die SPD neben der kontinuierlichen Begleitung der Parteiarbeit im Land insbesondere den Schwerpunkt: Bildungspolitik.

Eine gute Bildungspolitik ist definitiv ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg dieser Landesregierung –und zum Erfolg unserer SPD, die dieses Ressort übernommen hat. Individuelle Förderung für Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien, die Schaffung von Chancengerechtigkeit für alle und die Eröffnung von Aufstiegsperspektiven gehören zum landespolitischen Markenkern der SPD in Baden-Württemberg. Die SPD hat hier in der Landesregierung schon viel angepackt; den Aufbau der Gemeinschaftsschulen, die Sprachförderung von Anfang an, den Ausbau der Kindertageseinrichtungen und der U3-Betreuung, die teilweise Rückkehr zum G9 oder die Abschaffung der Studiengebühren, um nur einige Beispiel zu nennen. Jetzt gilt es, die einzelnen „Baustellen“ gemeinsam so zu bündeln, weiterzuentwickeln und zu kommunizieren, dass das „große Ganze“ deutlicher wird. Dazu will der Landesvorstand unter anderem folgende konkrete Schritte unternehmen bzw. anstoßen:
  • Leitantrag zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in Baden-Württemberg und dessen Umsetzung durch Regierungshandeln
  • Durchführung von mehreren Fachkonferenzen für die Landespartei in der Fläche im Jahr 2014 zu aktuellen bildungspolitischen Entwicklungen, dabei Bildung von Arbeitsgruppen zu den anstehenden Schwerpunktbereichen (zum Beispiel: Ausbau der Ganztagsschulen, regionale Schulentwicklung, Schaffung von Kita-Plätzen für Unter-3jährige, Inklusion, neue Bildungspläne, etc.) unter Einbindung von AfB, Regierungsmitgliedern und der Landtagsfraktion. Damit ist das Einfließen der Ergebnisse in die Regierungsarbeit gewährleistet.
  • Laufende, systematische Durchführung von lokalen Fachgesprächen mit Eltern und Lehrern vor Ort durch die Landtagsabgeordneten und Regierungsmitglieder
  • Frühzeitige Information von Funktionsträgern in der Partei bei wichtigen Entscheidungen des Ministeriums für Kultus und Sport
  • Auflage eines vierteljährlich erscheinenden „Liebe-Freunde-Briefs“ zu aktuellen bildungspolitischen Entwicklungen, der von der Landesgeschäftsstelle an alle SPD-Mitglieder zentral elektronisch versendet wird
  • Fortführung der Serie von Argumentationskarten des Landesverbands zu explizit bildungspolitischen Themen
Der eigenen Verantwortung gerecht werden -LehrereInnen sind keine Saisonkräfte! Die AfB hat die SPD-Baden-Württemberg aufgefordert sich dafür stark zu machen, dass LehrerInnen künftig nicht mehr gezielt mit befristeten Arbeitsverträgen ausgestattet werden, die mit Beginn der Sommerferien auslaufen, damit der Landeshaushalt so kurzzeitig zulasten guter Beschäftigungsverhältnisse entlastet wird. Lehrerinnen und Lehrer sind keine Saisonkräfte und dürfen auch nicht als solche gesehen/behandelt werden! Der Antrag wurde angenommen. LeherInnenbildung wird reformiert Mit einer Überweisung an den Kultusminister hat die AfB die Modernisierung der Lehrerbildung in Baden-Württemberg eingeleitet. Schule in Deutschland ist im internationalen Vergleich immer noch Durchschnitt -trotz schon erfolgter Verbesserungen. Eine entscheidende Qualitätssteigerung ist durch die Reform der Lehrerbildung möglich. Die Lehrerbildung muss auf die aktuellen Herausforderungen reagieren. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln sich stetig weiter. Die Familien-und Erziehungsstrukturen wandeln sich. Die Zusammensetzung der Schülerinnen-und Schülerschaft wird immer heterogener. Noch immer ist Bildung an die soziale Herkunft geknüpft. Dies stellt besondere Herausforderungen für eine erfolgreiche Integration von Kindern mit Migrationshintergrund dar. Dies gilt auch für die angestrebte gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung (Inklusive). Die Lebensumwelt der Schülerinnen und Schüler ist insbesondere vor dem Hintergrund des Stellenwerts von neuen Medien stetigen Wandlungen ausgesetzt. Das Anwachsen der zu vermittelnden Wissensinhalte und die Entwicklung zu Ganztagsschulen erfordern einen veränderten Unterricht. Doch die angesichts dieser Tatsachen notwendige individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern an allen Schulformen lasst immer noch zu wünschen übrig. Diese Tatsachen machen deutlich: Eine Reform der Lehrerbildung ist dringend erforderlich. Bei der Kompetenzvermittlung in der Lehrerbildung geht es nicht nur um die Entwicklung von Fertigkeiten und Fähigkeiten, sondern immer auch um eine umfassende Bildung der angehenden Lehrkräfte, damit diese in der Schule den Anforderungen des Schulalltags entsprechen können. In diesem Sinne fehlt auch ein Lehrerleitbild. Insgesamt ist die Situation der Lehrerbildung in Baden-Württemberg nicht auf dem wissenschaftlich neuesten Stand und wird den aktuellen Anforderungen unserer lernenden Gesellschaft und der Verantwortung für unsere heranwachsende junge Generation nicht gerecht. Deswegen fordert die AfB eine Reform der Lehrerbildung. Wie viele Lehrer/innen brauchen wir für die Schulreformen? Seit einem Jahr überbieten sich Mitglieder der Regierungsfraktionen mit Stelleneinsparungszahlen, die aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen in den nächsten Jahren problemlos zu realisieren seien. Diese Diskussion unter rein fiskalischen Aspekten zu führen ist falsch und angesichts der in den vergangenen zehn Jahren zusätzlich den Schulen übertragenen Aufgaben unzulässig. Die Frage nach dem künftigen Lehrerinnen-und Lehrerbedarf kann also nicht nur auf der Grundlage der Schülerzahlenentwicklung beantwortet werden. Es müssen vielmehr alle Einflussfaktoren in den künftigen Bedarf eingerechnet werden –veränderte Klassenstärken ebenso, wie die notwendigen Zeitbudgets für Fördermaßnahmen und pädagogische Reformen (Gemeinschaftsschule /Ganztagsschule).
 
 

Vielfalt macht schlauer. - Die Gemeinschaftsschule

Die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg stellt eine innovative Schulart dar. Ein Film zeigt, wie Kinder selbstständig, gemeinsam und voneinander lernen, welche Möglichkeiten ein rhythmisierter Schultag bietet, wie Teamstrukturen entstehen, wie Inklusion gelebt werden kann. Und der Film zeigt vor allem Freude und Zufriedenheit von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern.
zum Film

Mehr Informationen zur Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg vom Kultusministerim